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Hupperts, Stuttgart – 25. März 2022

29. März 2022

Es ist schon wieder drei Jahre her, dass wir zuletzt im Hupperts in Stuttgart-Heslach waren. Damals saßen wir auf der kleinen schönen Terrasse und haben das Menü an einem schönen Sommerabend genossen.

Seit 2019, also seit drei Jahren, hat das Hupperts einen Michelin-Stern und diesen auch in diesem Jahr wieder erfolgreich verteidigt. Schöne 15 Punkte stehen im Gault Millau zu Buche. Nur der Gourmetführer Gusto hat das Hupperts überraschenderweise noch nicht entdeckt.

Hupperts, Stuttgart

Das könnte daran liegen, dass das Hupperts etwas versteckt im Wohngebiet von Heslach liegt; allerdings keine fünf Minuten von der Stadtbahnhaltestelle Bihlplatz entfernt. Der Standort wird gerne als traditionsreich beschrieben, weil sich in dem Gebäude früher das Sternelokal Breitenbach und das Gourmetrestaurant Berg befanden. Beide konnten wir aber nicht mehr persönlich testen.

Bild vom Eingangsbereich des Hupperts

In der Küche steht Michael Huppert und im Service ist üblicherweise seine Ehefrau Marianne Huppert zu finden. Diesmal war sie jedoch nicht da, wurde aber gut durch zwei freundliche und aufmerksame Service-Kräfte vertreten.

Das Hupperts hat nur 24 Sitzplätze und schafft damit eine gemütliche und intime Atmosphäre. Leider ist an diesem Abend eine große Gruppe zu Gast. Das ist natürlich schön für das Restaurant. Aber eine große Gruppe steigert in der Regel die Lautstärke enorm, so auch an diesem Abend. Wären wir nur zweit unterwegs gewesen, hätte mich das vermutlich etwas geärgert.

Im Hupperts gibt es nur ein Menü mit sechs Gängen. Neben dem Käse-Gang und dem Dessert beinhalten alle anderen vier Gänge Fisch oder Fleisch. Ein vegetarisches Menü wird aber auf Nachfrage angeboten. Üblicherweise gehen wir nicht in Restaurants, die nicht von sich aus ein vegetarisches Menü anbieten. Denn wir wollen den Gastgebern keinen zusätzlichen Aufwand bereiten. Aber da Freunde von uns gerne ins Hupperts wollten, haben wir eine Ausnahme gemacht.

Das Menü

Man kann sich im Hupperts beim vegetarischen und bei normalen Menü zwischen fünf oder sechs Gängen entscheiden. Bei fünf Gängen kann man entweder den Käsegang oder das Dessert weglassen.

Gruß aus der Küche im Hupperts

Es beginnt mit einem kleinen Gruß aus der Küche. Die Sellerieschaumsuppe ist angenehm warm und schmeckt intensiv nach Sellerie. Dazu gibt es eine Praline mit Ziegenfrischkäse und roter Bete. Die kühle des Ziegenfrischkäse passt gut nach der warmen Suppe. Ein schöner Start.

Brot und Dip im Hupperts

Danach gibt es Scheiben vom Zwiebelbrot und vom Fenchelbrot. Dazu wird eine Schnittlauchcreme und eine Kürbiscreme gereicht. Gerade die Schnittlauchcreme ist zwar einfach, aber wirklich gut gemacht.

Gruß aus der Küche im Hupperts

Es gibt noch einen weiteren Gruß aus der Küche: Tofu mit Kürbiscreme und Blumenkohl. Der Tofu ist geschmacksarm, was auch die Kürbiscreme nicht wettmacht. Dafür schmeckt der eingelegte Blumenkohl angenehm säuerlich und schafft so ein bisher unbekanntes Geschmackserlebnis.

Quinoa, Radieschen, Apfel, Meerrettich im Hupperts

Der erste Gang des Menüs nennt sich Quinoa, Radieschen, Apfel, Meerrettich. Ein kleines, aber sehr gut gewürztes Quinoa-Tartar, in dem ich auch etwas Couscous vermute findet sich auf dem Boden des Tellers. Dazu gibt es kleine Apfelstücke und Radieschen. Highlight des Gangs ist das Meerretticheis, das den Geschmack des frischen Meerrettich wunderbar transportiert.

Da wir uns für die Weinbegleitung entschieden haben, bekommen wir zu diesem Gang einen Pinot Blanc aus dem Jahr 2018 vom elsässischen Weingut Josmeyer. Der Wein passt gut zum Gang und ist ein angenehmer Einstieg in den Abend. Es passt natürlich, dass das Weingut Josmeyer eines unserer Lieblingsweingute im Elsass ist.

Burrata, Fenchel, Paprika, Avocado im Hupperts

Als zweiten Gang gibt es Burrata, Fenchel, Paprika, Avocado. Sowohl Paprika als auch Avocado werden in Form von Cremes serviert. Die Paprikacreme hat eine leichte, aber angenehme Schärfe. Der Burrata für sich genommen ist ebenfalls lecker. Insgesamt will der Gang aber nicht so recht überzeugen, es fehlt doch etwas die Besonderheit und die Gesamtidee warum diese Zutaten gemeinsam serviert werden.

Highlight ist aber auch jeden Fall der Sauvignon Blanc mit dem Namen Vogel aus dem Jahr 2020 vom Weingut Zimmerle. Sehr lecker, fruchtig und leicht. Eine schöne Entdeckung aus dem so nah gelegenen Remstal.

Couscous, Süßkartoffel, Rettich, Sesam

Danach gibt es Couscous, Süßkartoffel, Rettich, Sesam. Der Couscous ist erneut in Form eines Tartars in der Mitte zu finden. Dazu gibt es eine leckere Süßkartoffelcreme. Highlight ist der eingelegt Rettich, bei dem ich nicht sicher bin, ob ich ihn erkannt hätte. Von der Textur her erinnert er etwas an eine getrocknete Pflaume, da er auch eine leichte Süße beinhaltet. Das kannte ich in dieser Form noch nicht und wertet diesen Gang deutlich auf.

Dazu gibt es einen Chardonnay 2019 vom Weingut Bernd Ellwanger, den die freundliche und aufmerksame Sommelière davor sogar extra dekantiert hat, was man bei Weißweinen selten sieht. Am Tisch kommt der Wein gut an, ich meine dagegen eine gewisse Essignote herauszuschmecken, die mir nicht gefällt.

Artischocken Consommé im Hupperts

Vor dem „Hauptgang“ gibt es noch eine warme Artischocken-Consommé. Um ehrlich zu sein hätte ich die Artischocke nicht erkannt, aber es schmeckt lecker und erfrischt.

Graupen Ei, Zwiebel, Sellerie im Hupperts

Der Hauptgang nennt sich Graupen, Ei, Zwiebel, Sellerie, wobei dazu noch ein Pilzschaum kommt sowie Cashewnüsse. Das wirkt jetzt ein bisschen repetitiv, erst mit dem Quinoa, dann dem Couscous und nun den Graupen. Auch dieser Gang ist nicht schlecht, sondern im Gegenteil sehr lecker. Aber diese Tellerzusammenstellung um ein Getreide herum finde ich nicht so spannend und überraschend.

Dazu gibt es einen Lemberger vom Weingut Wachstetter aus Pfaffenhofen, der gut schmeckt. Für einen Lemberger ist dies ein guter Wein.

Pre Dessert im Hupperts

Als Pre-Dessert gibt es ein Quittensorbet mit Mandelkuchen und Mandelkrokant. Das Quittensorbet schmeckt wunderbar intensiv und frisch nach Quitten ohne aber durch Zucker überladen zu sein, wie man das von Quittengelee gelegentlich kennt. Dazu kommt der wirklich leckere und saftige Mandelkuchen, der das Sorbet perfekt aufnimmt. Ein wunderschönes Pre-Dessert.

Brillat Savarin, Chicorée, Feige, Walnuss im Hupperts

Einen Pluspunkt gibt es für den Käse-Gang mit Brillat Savarin, Chicorée, Feige, Walnuss. Obwohl ich auch eine Käseauswahl vom Käsewagen gerne mag, ist ein „richtiger“ Käse-Gang in Form einer Komposition mit weiteren Zutaten besonders toll. Die Kombination des Weichkäses mit Dörrobst und Nüssen ist zwar nichts ausgefallenes. Alleine durch die hübsche Anrichtung auf dem Teller macht der Gang aber einiges her. Geschmeckt hat es auch – was will man mehr.

Mango, Weiße Schokolade, Ananas, Kokosnuss im Hupperts

Das Dessert beinhaltet Mango, Weiße Schokolade, Ananas, Kokosnuss. Die Mango findet man als Sorbet sowie als kleine Stückchen. Dazu kommt eine Ananascreme und weiße Schokolade. Das Dessert trifft genau meinen Geschmack in dem es die fruchtigen Zitrusaromen mit der weißen Schokolade kombiniert. Beides ist zwar süß, aber nicht zu süß und sehr gut aufeinander abgestimmt. Ein sehr guter Abschluss des eigentlich Menüs.

Der dazu servierte Süßwein Scheurebe Münzberg vom Weingut Emil Bauer & Söhne passt gut.

Creme Brulee im Hupperts

Fast schon ein Klassiker ist im Restaurant Hupperts die Crème Brûlée, die am Ende des Menüs serviert wird. Diese ist absolut perfekt und ich würde mich nicht beschweren, wenn diese jedes Mal als alleiniges Dessert serviert würde. Aber als zusätzlicher süßer Abschluss ist die Crème Brûlée noch besser. Dazu gibt es einen guten Brownie und eine Cassis-Praline mit Birne.

Fazit

Es hat schon seinen Grund warum ich nicht gerne in Restaurants gehe in denen nicht explizit ein vegetarisches Menü angeboten wird. Es ist das gute Recht jeden Restaurants nur ein Menü mit Fleisch und Fisch anzubieten. Wird dann auf Nachfrage ein vegetarisches Menü vorbereitet ist das Ergebnis oft, dass bei den Gängen der Fisch oder Fleisch durch ein vegetarisches Produkt ersetzt wird und sich ansonsten nichts am Gang ändert. Das kann trotzdem gut sein und lecker schmecken. Aber die Herangehensweise ist eine anders als bei einem Gericht das explizit als vegetarisches Gericht vorbereitet wurde. Es fehlt dem Gang dann manchmal an der Kreativität und dem Überraschungsmoment. Das ist jedoch gerade das was ich an der vegetarischen Sterneküche so schätze.

Auch im Hupperts konnte ich sehen, dass die Fleisch- und Fischgänge meistens fast identisch waren wie die vegetarischen Gänge. Bei zwei Gängen hat das trotzdem gut funktioniert. Der Quinoa mit dem wunderbaren Meerretticheis war hervorragend, ebenso die eingelegten Rettiche. Aber wenn man beispielsweise im normalen Menü einen wunderbaren Pulpo anbietet und die anderen Komponenten eher zuarbeitendes „Beiwerk“ sind, dann ist es schwierig diesen Pulpo durch Burrata zu ersetzen und dabei das Niveau zu halten. Der süße Teil des Menüs und der Käse-Gang waren davon natürlich nicht betroffen und sehr gut.

Das Hupperts ist ein wunderbares Restaurant, aber als Vegetarier würde ich es nicht allein wegen des Essens besuchen.

Bewertung

  • Essen 6/10
  • Service 7/10
  • Ambiente 7/10
  • Gesamtwertung: 6/10

Anschrift

Hupperts – Reiner Geschmack
Gebelsbergstr. 97
70199 Stuttgart
hupperts-restaurant.de

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Restauranttests

Felix
Ich liebe Essen gehen. Das Ambiente, die Auswahl, der Wein und natürlich das Essen selbst. Bei vegetarischem Essen wird man viel öfters überrascht als bei Fisch oder Fleisch. Das finde ich schön.

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