Am liebsten werde ich beim Essengehen positiv überrascht. Zwar hatte ich immer mal wieder gehört, dass das „neue“ Basta ganz nett sein soll, wie gut es tatsächlich ist, war dann doch – überraschend.
Das Lokal Basta wird von Basti Sommer geführt. Er hat die „Weinstube Basta“ Ende 2023 übernommen, sie in „Lokal Basta“ umbenannt und den Fokus mehr auf das Essen gelegt.
In den Presseberichten über das Lokal Basta von Anfang 2024 steht noch, dass der Koch im Lokal Basta Philipp Enderle ist. Dies muss sich im Laufe des Jahres 2024 geändert haben. Denn jedenfalls seit September 2024 ist Laura Ritz allein für die Küche verantwortlich. Gelernt hat Laura Ritz ihr Handwerk unter anderem in der Speisemeisterei bei Frank Oehler und Markus Eberhardinger.
Nach meinem ersten Besuch im September 2024 wollte ich schnell wiederkommen. Es dauerte bis Anfang Februar 2025, bis mein Wunsch in Erfüllung ging.
Lokal Basta
Schon von außen wirkt das Lokal Basta einladend. Die blaue Markise, die kleine hölzerne Sitzgruppe und die Stehtische laden zum Besuch ein. Kaum zu glauben, dass sich ein solches Kleinod mitten in Stuttgart befindet.
Der Innenraum besteht aus zwei unterschiedlich gestalteten Bereichen.
Wenn man das Lokal Basta betritt, kommt man in einen Raum, der genau wie ein Bistro in Frankreich aussieht. Kleine, eng gestellte Tische mit Holzstühlen, keine Tischdecken und ein paar Bilder mit Frankreich-Bezug an den Wänden. Dazu eine klassische Bar mit vielen Spirituosen.
Im hinteren Teil des Restaurants befindet sich ein kleiner, klassischer Restaurantbereich: Tische mit weißen Tischdecken, blau gestrichene Wände und ein großes Wandbild. Die Tische stehen hier etwas weiter auseinander. Im hinteren Teil des Restaurants ist es etwas ruhiger, dafür kann man ab und zu einen Blick in die Küche werfen und Laura Ritz bei der Arbeit beobachten.
Das Menü
Im Lokal Basta gibt es kein Menü, sondern eine kleine handgeschriebene Karte. Auf dieser Karte stehen immer Austern, drei bis vier Vorspeisen, eine Suppe, drei bis vier Hauptgerichte und drei bis vier Desserts. Die Karte wechselt regelmäßig.
Die schriftliche Weinkarte ist klein. Aber darauf sollte man nur einen kurzen Blick werfen. Wichtiger ist die persönliche Beratung durch die Bedienung. Es gibt deutlich mehr Auswahl bei den Weinen als die Karte vermuten lässt.
Der Service im Basta ist hervorragend: entspannt, hilfsbereit und freundlich. Schon bei meinem ersten Besuch fühlte ich mich sofort willkommen, als der Service mit drei Flaschen Wein zum Probieren an den Tisch kam, nachdem ich mich nicht spontan für einen Wein entscheiden konnte.
Als Vorspeise entscheide ich mich für Gedünsteten Lauch / Bio-Spiegelei / Trüffel / Piemontesische Haselnuss / Portulak / Nussbutter Espuma. Wobei der Portulak heute durch Eisenkraut ersetzt wurde. Schon die Anrichteweise auf dem Teller zeigt, dass es hier nicht um Fine-Dining mit kleinen Klecksen und viel Dekoration geht, sondern um Genussküche. Auf dem Teller liegt ein knusprig gebratener Lauch, der schön aromatisch ist. Dazu gibt es eine große Portion Nussbutter-Espuma, die eigentlich eher wie Püree schmeckt und mit viel Butter für das besondere Wohlbefinden sorgt. Darauf ein Spiegelei, das Eisenkraut und viele Haselnussstreusel für den Crunch. Eine vollmundige vegetarische Vorspeise.
Alternativ hätte es heute als weitere vegetarische Vorspeise „Radicchio Castellfranco / Artischocke grillé / Kräutervinaigrette / Fior di latte“ oder eine ganze Artischocke gegeben. Die vegetarische Auswahl bei den Vorspeisen ist – gemessen an der kleinen Karte – groß.
Bei meinem ersten Besuch im September gab es „Courgettes / gefüllte Zucchiniblüte / Ricotta / Polenta / Oregano“. Das war eine leckere und besondere Vorspeise, insbesondere die cremige Füllung der Zucchiniblüte ist mir im Gedächtnis geblieben. Das zeigt, dass die Küche im Restaurant Basta ein Faible für spannende vegetarische Gerichte hat.
Bei den Hauptgerichten stehen heute Abend ein Fleischgericht, ein Fischgericht und ein vegetarisches Gericht zur Auswahl. Für mich gibt es im Ofen geschmorten Sellerie / Macadamia Crunch / Weinbeeren Soße / Blaukohl. Das schmeckt genau so, wie man es sich vorstellt. Geschmorter Sellerie auf den Punkt gegart, dazu eine kräftige dunkle Sauce zum Wohlfühlen und dazwischen Blaukraut. Nicht ganz so ausgefallen wie die Vorspeisen, aber ein perfektes Hauptgericht für einen kalten Februarabend. Hätte so wohl auch im Körle und Adam serviert werden können.
Beim letzten Mal war der vegetarische Hauptgang „Risotto / Schafsmilch / Chauterelles / Pfirsich / Zitronenthymian“. Also eigentlich nur ein Risotto mit Pilzen. Aber durch die Schafsmilch und die Pfirsiche wurde es zu einem ganz besonderen Gang.
Von den drei Desserts entscheide ich mich für Geschmorte Quitte / Gewürzsud / Marzipaneis. Obwohl mir die Entscheidung schwer fällt, da die Schokoladen-Tarte auch sehr verlockend aussieht. Aber mit meiner Wahl habe ich nichts falsch gemacht. Das Marzipaneis und die Gewürze lassen einen ein bisschen wehmütig an Weihnachten denken und die warme Quitte weckt die Lust auf frisches Obst im Frühling.
Beim letzten Besuch hatte ich mich für „Conference Crumble Birne / Rosmarin / Tonkabohne / Bio-Sahne“ entschieden, was auch sehr gut geschmeckt hat.
Fazit
Für mich ist das Lokal Basta die Entdeckung des Jahres 2024 in Stuttgart. Tolles Essen mit jeweils einem besonderen Twist, entspannte Atmosphäre und sehr freundlicher Service. Und das alles mit einer schönen Auswahl an vegetarischen Gerichten, was mich besonders freut. Ich mag es, in einem Restaurant zu essen, in dem sowohl Omnivore als auch Vegetarier*innen einen schönen Abend haben können.
Der einzige Nachteil ist, dass es in Stuttgart schon sehr viele Leute gibt, die das gemerkt haben. Deshalb ist es am Wochenende etwas schwierig, ohne frühzeitige Reservierung einen Tisch im Lokal Basta zu bekommen. Aber wenn man früher reserviert, kann man sich länger darauf freuen. Und die Vorfreude ist berechtigt.
Anschrift
Lokal Basta
Wagnerstraße 39
70182 Stuttgart
www.basta-lokal.de







